Drei Wochen ohne Smartphone: Studie zeigt Effekte bei Jugendlichen

Mehr als 45.000 Schülerinnen und Schüler nahmen am „ORF-Dok-1-Handyexperiment“ teil. Laut Anton Proksch Institut verbesserten sich psychisches Wohlbefinden, Schlafqualität und problematisches Internetnutzungsverhalten deutlich. Zwei Drittel der Teilnehmenden sprechen sich zudem für ein Social-Media-Verbot für Kinder aus. Drei Wochen ohne Smartphone haben bei Kindern und Jugendlichen deutliche Auswirkungen auf Schlaf, Wohlbefinden und depressive Symptome gezeigt. Das geht aus dem „ORF-Dok-1-Handyexperiment“ hervor, das wissenschaftlich vom Anton Proksch Institut begleitet wurde. Mehr als 72.000 Jugendliche aus Österreich, Deutschland, der Schweiz und Südtirol meldeten...

Österreicher sehen Gesundheitsversorgung zunehmend kritisch

Eine neue Umfrage des Austrian Health Forum zeigt wachsende Unzufriedenheit mit dem Gesundheitssystem. Gleichzeitig unterstützt eine Mehrheit Reformideen wie mehr Kompetenzen für Apotheken oder eine stärkere Steuerung über die Gesundheitshotline 1450. Die Zufriedenheit mit dem österreichischen Gesundheitssystem sinkt weiter. Gleichzeitig zeigt sich die Bevölkerung in vielen Bereichen reformbereit. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage hervor, die das Austrian Health Forum (AHF) vor seinem Kongress Ende Mai in Schladming präsentiert hat. Für die Erhebung befragte Demox Research im Mai 2026 insgesamt 1.000...

Kraniosynostose: Forschende suchen Ansatz gegen vorzeitigen Schädelnahtverschluss

Bei Kraniosynostose verknöchern Schädelnähte von Säuglingen zu früh. Forschende aus Hannover suchen nun nach einem Ansatz, um den vorzeitigen Verschluss künftig medikamentös zu verhindern. Bislang bleibt oft nur eine Operation. Der Schädel von Neugeborenen besteht aus mehreren Knochenplatten, die durch flexible Schädelnähte verbunden sind. Sie sorgen dafür, dass sich der Kopf bei der Geburt anpassen kann und das Gehirn im ersten Lebensjahr ausreichend Platz zum Wachsen hat. Bei einer Kraniosynostose schließen sich diese Schädelnähte jedoch zu früh. Die Erkrankung betrifft...

Neues Glaukom-Implantat soll Vernarbungen verhindern

Ein Forschungsverbund rund um die Medizinische Hochschule Hannover arbeitet an einem neuartigen Implantat gegen Grünen Star. Das System soll den Augeninnendruck individuell regulieren und gleichzeitig Vernarbungen nach Operationen verhindern. Das Glaukom zählt weltweit zu den häufigsten Ursachen für Erblindung. Laut Schätzungen sind rund 76 Millionen Menschen betroffen. Ziel der Behandlung ist es, den Augeninnendruck dauerhaft zu senken, um Schäden am Sehnerv zu verhindern. Dafür kommen Augentropfen, Laserbehandlungen oder operative Eingriffe zum Einsatz. Ein Forschungsverbund unter Leitung der Klinik für Augenheilkunde der...

STI-Zahlen in Europa erreichen Höchststand

Die Zahl sexuell übertragbarer Infektionen in Europa steigt deutlich. Laut ECDC erreichen Gonorrhö und Syphilis Rekordwerte, während Chlamydien weiterhin am häufigsten gemeldet werden. Fachleute warnen vor schweren Folgen unbehandelter Infektionen und betonen die Bedeutung von Prävention und Tests. Die Zahl bakterieller, sexuell übertragbarer Infektionen (STI) in Europa ist deutlich gestiegen. Das geht aus aktuellen Daten der EU-Gesundheitsbehörde ECDC mit Sitz in Solna hervor. Demnach erreichten die gemeldeten Fälle von Gonorrhö und Syphilis im Jahr 2024 den höchsten Stand seit mehr...

Australien erlebt schwersten Diphtherie-Ausbruch seit Jahrzehnten

In Australien breitet sich Diphtherie derzeit so stark aus, wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Besonders betroffen sind Regionen im Norden des Landes. Die Behörden machen sinkende Impfquoten für die Entwicklung verantwortlich.  Australien verzeichnet laut Gesundheitsbehörden den schwersten Diphtherie-Ausbruch seit Beginn der landesweiten Erfassung vor rund 35 Jahren. Mehr als 220 Menschen haben sich bereits infiziert. Besonders betroffen ist das Northern Territory im Norden des Landes. Dort leben viele Menschen auf engem Raum, gleichzeitig gilt die medizinische Versorgung als angespannt. Gesundheitsminister Mark Butler sprach...

46 neue Arzneimittel wurden in Europa 2025 zugelassen

Europa verzeichnete 2025 insgesamt 46 neue Arzneimittel mit neuen Wirkstoffen – der zweithöchste Wert der vergangenen zehn Jahre. Gleichzeitig warnen AGES und FOPI vor einem Rückgang klinischer Studien in Europa und Österreich. 2025 wurden in Europa 46 neue Arzneimittel mit neuen Wirkstoffen zugelassen. Das geht aus einer gemeinsamen Innovationsbilanz der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) und des Forums der forschenden pharmazeutischen Industrie in Österreich (FOPI) hervor. „Das ist die zweitbeste Bilanz der vergangenen zehn Jahre“, sagte DI Dr. Günter Waxenecker,...

SVS startet digitalen Vorsorgepass mit Bonus-System

Die Sozialversicherung der Selbstständigen (SVS) führt einen neuen digitalen Vorsorgepass ein. Versicherte erhalten für absolvierte Vorsorge- und Früherkennungsmaßnahmen Punkte, die in Geldprämien umgewandelt werden können. Ziel der SVS ist es, die Teilnahme an Vorsorgeprogrammen jährlich um zehn Prozent zu steigern. Der neue Vorsorgepass richtet sich an die rund 1,3 Millionen SVS-Versicherten sowie mitversicherte Angehörige. Er ist über die svsGO-App und das Online-Portal abrufbar. Für absolvierte Vorsorgemaßnahmen werden Punkte gutgeschrieben. Ab 500 Punkten können sich Versicherte 50 Euro auszahlen lassen, bei...

Ende des Implantats? Nachwachsende Zähne dank USAG-1

Zahnverlust, erworbener wie angeborener, hat eine sehr hohe Prävalenz in der Bevölkerung. Der Ersatz erfolgte bislang mittels Implantate und Zahnprothesen – in Zukunft könnte aber die Hemmung eines Proteins zum „Nachwachsen“ der Zähne führen.  Zahnverlust stellt ein weit verbreitetes Problem dar, in Europa sind insbesondere ältere Bevölkerungsgruppen betroffen: Schätzungen zufolge sind bis zu 30% der über 65-Jährigen teil- oder vollständig zahnlos, wofür Karies und insbesondere bei Erwachsenen Parodontitis die Hauptursachen sind.1,2 Zahnverlust führt häufig zu einer verschlechterten Ernährungsweise, weiters bestehen Assoziationen...

Obstetrisches Dilemma: Geburt bei Menschen nicht einzigartig riskant

Neue Daten einer Wissenschafterin der Universität Wien stellen das sogenannte „obstetrische Dilemma“ infrage. Demnach treten schwere Geburtskomplikationen auch bei vielen anderen Säugetieren häufig auf. Die Sterblichkeitsraten seien teils mit jenen menschlicher Gemeinschaften ohne moderne Medizin vergleichbar. Die menschliche Geburt gilt oft als besonders schwierig und gefährlich. Eine neue Studie der Evolutionsbiologin Dr. Nicole Grunstra von der Universität Wien kommt jedoch zu einem anderen Schluss: Viele andere Säugetiere kämpfen ebenfalls mit schweren Geburtskomplikationen und hohen Sterblichkeitsraten. Die Arbeit wurde im Fachjournal „Biological Reviews“ veröffentlicht. Grunstra analysierte...