Deutliche Unterversorgung bei psychisch Kranken

Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen sterben deutlich früher als die Allgemeinbevölkerung. Ein internationales Expertenteam fordert nun konkrete Maßnahmen, um die körperliche Versorgung dieser Patientengruppe zu verbessern. Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen sind in der medizinischen Versorgung oft benachteiligt. Obwohl geeignete Maßnahmen verfügbar wären, bleiben körperliche Erkrankungen häufig unzureichend behandelt. Das hat gravierende Folgen: Die Lebenserwartung dieser Patientengruppe ist deutlich reduziert. Deutlich erhöhte Sterblichkeit Ein internationales Expertenteam rund um Rene Ernst Nielsen von der Universitätsklinik Aalborg sowie Wissenschafterinnen und Wissenschafter der MedUni Wien und MedUni...

Reizdarm – was nun?

Durchfall, Verstopfung, Blähungen, Bauchschmerzen, Völlegefühl – das Reizdarmsyndrom hat viele Gesichter, wird häufig durch psychische Faktoren verstärkt und kann die Lebensqualität der Betroffenen stark beeinträchtigen. Doch wann liegt es vor? Und was kann man dagegen tun? Unter der Bezeichnung Reizdarmsyndrom versteht man eine Darmerkrankung, die verschiedene Ursachen und Ausprägungsformen aufweisen kann. Die Symptome sind unspezifisch, zeitlich variabel und ähneln mitunter Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder anderen Erkrankungen wie Zöliakie. Das Syndrom ist per se nicht gefährlich, die Beschwerden können jedoch so stark sein,...

Komapatienten: Hinweise auf verborgenes Bewusstsein

Neue Studien zeigen, dass ein Teil der Komapatienten mehr wahrnehmen könnte als bisher angenommen. Moderne Bildgebung macht verborgene Hirnaktivität sichtbar und stellt ethische Fragen zur Behandlung neu. Neue Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass ein Teil der Komapatienten nicht vollständig bewusstlos ist. Beim Fachkongress ANIM 2026 der Deutschen Gesellschaft für NeuroIntensiv- und Notfallmedizin in Dortmund diskutierten internationale Experten das Phänomen der sogenannten „cognitive-motor-dissociation“ (CMD). Dabei handelt es sich um Patienten, die äußerlich nicht auf Reize reagieren, deren Gehirn jedoch Aktivität zeigt, die...

Apothekerverband vor entscheidendem Jahr: Dialog, Recruiting und Wahl

Der Österreichische Apothekerverband setzt 2026 auf direkten Austausch mit der Basis, neue Wege im PKA-Recruiting und steht gleichzeitig vor einer möglicherweise richtungsweisenden Wahl. Im PharmaNow-Gespräch skizziert das Präsidium die Themen der kommenden Monate – mit konkreten Auswirkungen auf Apotheken im ganzen Land. Der Österreichische Apothekerverband steht vor einem Jahr mit Signalwirkung. Gleich mehrere Entwicklungen laufen parallel: Eine bundesweite Dialogoffensive soll die Anliegen der Mitglieder stärker einbinden, neue Instrumente sollen den Fachkräftenachwuchs sichern, und im Herbst steht eine Wahl an, die...

Zero Sugar im Science-Check

Ob in Getränken, Süßigkeiten, Saucen – der Schriftzug „Zero Sugar“ findet sich im Supermarkt auf vielen Produkten. Doch ist der Verzicht auf Zucker tatsächlich ein gesundheitlicher Gamechanger oder nur ein weiterer Hype im Social-Media-Zeitalter? Bei Zucker handelt es sich um eine Grundform der Kohlenhydrate und damit um einen gängigen Bestandteil unserer Ernährung. Varianten wie Traubenzucker, Fruchtzucker oder Milchzucker sind sowohl in natürlicher als auch in zugesetzter Form etwa in Obst und Fruchtsäften, Milch und Milchprodukten, Honig und Marmeladen, Erfrischungsgetränken sowie...

Studie: Weinen wirkt nicht immer entlastend

Weinen ist eine natürliche Reaktion auf starke Emotionen – etwa Trauer, Wut, Frust, Verzweiflung oder auch Rührung. Eine aktuelle Studie der Karl Landsteiner Privatuniversität zeigt jedoch: Ob Weinen entlastet, hängt stark vom Auslöser ab. Weinen gehört zum menschlichen Gefühlsausdruck. Es tritt bei ganz unterschiedlichen emotionalen Zuständen auf – von tiefer Traurigkeit bis hin zu berührenden Momenten. Viele Menschen verbinden damit die Vorstellung, dass Tränen automatisch Erleichterung bringen. Genau dieses Bild relativiert nun eine aktuelle Untersuchung der Karl Landsteiner Privatuniversität (KL...

Neue Wege mit Protease- und Kinase-Inhibitoren

Wie stark sich die moderne Pharmakotherapie an molekularen Zielstrukturen orientiert, wurde durch den diesjährigen APOkongress 2026 in Schladming verdeutlicht. Einen Überblick über dieses Prinzip gab Prof. Dr. Manfred Schubert-Zsilavecz aus Frankfurt, der in seinem Vortrag zentrale Entwicklungen rund um Protease- und Kinase-Inhibitoren zeigte. Im Fokus des Vortrags stand die Frage, wie gezielte Eingriffe in enzymatische Prozesse und zelluläre Signalwege zur Behandlung weit verbreiteter Erkrankungen beitragen können – von der Hypertonie über virale Infektionen bis hin zur Onkologie. Proteasen als zentrale Angriffspunkte Proteasen...

PharmaTime 4/2026: Impfen in der Apotheke

Mit der geplanten Einführung des Impfens in der Apotheke ab 2027 erreicht eine lange gesundheitspolitische Debatte einen neuen Höhepunkt. PharmaTime 4/2026 beleuchtet die Hintergründe, analysiert die politischen Dynamiken und zeigt, was konkret auf Österreichs Apotheken zukommt. Von rechtlichen Rahmenbedingungen über Ausbildungsstandards bis hin zu internationalen Best-Practice-Modellen spannt der Themenschwerpunkt einen breiten Bogen. Ergänzt wird dies durch Einblicke in die praktischen Erfahrungswerte in der Schweiz. Ein Schwerpunkt, der nicht nur informiert, sondern die zukünftige Rolle der Apotheke im Gesundheitssystem neu...

Vitiligo: Mehr als nur weiße Flecken

Die Weißfleckenkrankheit rückt durch aktuelle Anlässe wieder ins öffentliche Bewusstsein. Doch viele kennen die Autoimmunerkrankung kaum. Was hinter Vitiligo steckt, wie häufig sie ist und welche Fortschritte es bei der Behandlung gibt. Mit der Biographie „Michael“, die am 23. April in den heimischen Kinos startet, wird auch ein lange diskutiertes Thema erneut sichtbar: die Hautveränderungen von Michael Jackson. Der „King of Pop“ litt an Vitiligo – einer chronischen Autoimmunerkrankung, die zu einem fortschreitenden Verlust der Hautpigmentierung führt. Ihm wurde Zeit seines Lebens unterstellt,...

Kleine Bewegungseinheiten senken Sterberisiko

Schon wenige Minuten mehr Bewegung im Alltag können das Sterberisiko messbar senken. Eine aktuelle Metaanalyse zeigt, dass selbst kleine Veränderungen – etwa 5 Minuten zusätzliche Aktivität oder weniger Zeit im Sitzen – einen positiven Effekt auf die Lebenserwartung haben können. Regelmäßige körperliche Aktivität gilt als zentraler Faktor für die Gesundheit. Dennoch erreichen viele Menschen nicht die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlenen mindestens 150 Minuten moderater Bewegung pro Woche. Eine aktuelle Metaanalyse untersuchte daher, ob auch geringfügige, alltagstaugliche Steigerungen der Bewegung gesundheitliche Vorteile bringen....